Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Jaeckel, Willy (Breslau 1888 - 1944 Berlin)

Ohne Titel (Gebirgssee).

Öl auf Sperrholz, mit Pinsel oben rechts signiert und datiert, 1921. 35,5 : 42,5 cm. Provenienz: Privatsammlung Rheinland. Seit 1920 besaß Jaeckel ein Haus in Gunzesried bei Sonthofen im Allgäu, wohin sich die Familie für mehrere Monate im Jahr zurückzog.
"Überall wo Jaeckel Ausschnitte aus dem Erdraum malt, sucht er das Skelett seiner Struktur, die Musklen der Berge und Täler wie die des Menschen zu begreifen. Sein Gefühl für die Architektur des Bildes verlangt die Faßbarkeit des Einzelteiles in der Klarheit des Ganzen. Deshalb wählt er seinen Standpunkt gern hoch, um aus der Vogelperspektive die Berge bis an ihren Fuß zu begreifen und in die Schluchten, Täler und Tiefen zu dringen." (Cohn, Wiener, Der Cicerone, Band 12, 1920, S. 563).


Jaeckel studierte ab 1906 an der königlichen Kunst- und Kunstgewerebeschule (später Akademie) Breslau bei Eduard Kaempffer, ab 1909 dann an der Dresdner Akademie (seit 1910 bei Otto Gußmann). Ende 1910 kehrte er nach Breslau zurück und betätigte sich als Dekorationsmaler. 1913 heiratete er Charlotte Sommer und stellte erstmals auf der Ausstellung der Juryfreien Kunstschau in Berlin aus. Durch den dortigen Erfolg zog er nach Berlin um. 1915 wurde Jaeckel Mitglied der Berliner Secession, er erzielt auch als Graphiker hohe Aufmerksamkeit. Der Ersten Weltkrieg erlebte er an verschiedenen Fronten. 1919 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin, gleichzeitig zog er sich immer häufiger in sein allgäuer Haus zurück. Mit Berufung zum Professor an der Staatlichen Kunsthochschule kehrte Jaeckel wieder nach Berlin zurück und hielt sich von da im Sommer häufig auf Hiddensee auf. 1928 erhielt er den Georg-Schicht-Preis für das "schönste deutsche Frauenbildnis", der verbunden mit einem Stpinedium der Villa Massimo in Rom war. 1933 entzogen ihm die Nationalsozialisten die Professor, jedoch wurde er auf Drängen der Studentenschaft wieder eingestellt. Während Werke von ihm aus öffentlichen Sammlungen verschwanden, scheiterte 1938 ein erneuter Versuch, ihn aus dem Lehramt zu vertreiben. 1943 schließlich trat er aus eigenen Stücken zurück, im November vernichteten Brandbomben einen Großteil seiner Werke im Atelier in der Kunsthochschule. Am 30. Januar 1944 kam Jaeckel durch Brand- und Sprengbomben in seinem Wohnhaus am Kurfürstendamm ums Leben, gleichzeitig wurden die im Privatatelier aufbewahrten Werke vernichtet.


Kuss II.

Kaltnadelradierung mit Roulette und Aquatinta auf Bütten, mit Bleistift signiert und als „Sonderdruck“ bezeichnet, 1922/23. 27,9 : 21,5 cm auf 41,5 : 28,5 cm. Provenienz: Privatsammlung Köln. An den Rändern leichte Altersspuren. Vor der Auflage für das bei Fritz Gurlitt in Berlin erschienene Mappenwerk „Wandlungen der Liebe“, das 17. Radierungen enthielt (hier Blatt 2).


Überschattung (Geborgenheit).

Kaltnadelradierung mit Roulette auf Bütten, mit Bleistift signiert, 1922. 30,8 : 24,2 cm auf 38,5 : 32,5 cm. Provenienz: Privatsammlung Köln. Mit kleineren Randläsuren. Stilijanov-Nedo 78/2. Blatt 2 der Mappe „Sieben Radierungen“, 1922 bei Fritz Gurlitt in einer Auflage von 50 Exemplaren auf Bütten und 25 auf Japan erschienen.


Familie.

Radierung mit Vernis mou in braun auf Bütten, mit Bleistift signiert, betitelt und als „Probedruck“ bezeichnet, um 1920. 24,8 : 19,5 cm auf 38,7 : 27,5 cm.

Provenienz: Privatsammlung Köln. Am Rand kleinere Altersspuren. Stilijanov-Nedo 8.

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