Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Möller, Rudolf (Schmiedefeld/Thüringen 1881 - 1967 Lörrach)

Ohne Titel (Zwei Frauen im Strandkorb).

Aquarell auf glattem Papier, mit Tinte signiert und datiert, 1929. 32,8 : 24,4 cm. Provenienz: Privatsammlung Köln.

Verso mit dem Stempel „Rudolf Möller - Novembergruppe“.

Umlaufend Montierungsspuren, teils etwas knittrig, recto kaum sichtbar.

Der Strandkorb kam Ende des 19. Jahrhunderts zunächst an den Stränden der Ostsee in Mode. Durch die stätige Zunahme des Tourismus stieg seine Zahl an Ost- und Nordsee kontinuierlich an. Er diente zunächst als Schattenspender für die wohlhabenden Bürger, in dem man bekleidet saß, da gebräunte Haut als Ausweis der unteren Klassen galt. Erst mit dem Ende des Kaiserreichs wurden die Gepflogenheiten etwas lockerer.

Gemeinsam mit seinem Bruder Otto Möller (1883-1964) zog Rudolf Möller 1903 nach Berlin, wo er von 1905 bis 1907 eine Ausbildung zum Zeichenlehrer an der Königlichen Kunstschule absolvierte. Parallel dazu besuchte er bis 1908 den Malunterricht von Lovis Corinth. Seit 1916 war Möller als Zeichenlehrer tätig, 1919 trat er der Novembergruppe bei, an deren Ausstellungen er regelmäßig teilnahm. Unter dem Druck der Nationalsozialisten, die seine Werke als „entartet“ verurteilten, zog Möller 1940 nach Dresden, wo man ihn 1943 auswies und aus dem Schuldienst entließ. Fast alle seine Werke zurücklassend, ließ er sich in Steinen (Landkreis Lörrach) nieder.
Die Novembergruppe begann sich unter dem Eindruck der Novemberrevolution Ende 1918 in Berlin zu formieren. Nach Abdankung des Kaisers hatten die Künstler die Hoffnung, sich in die Gestaltung einer neuen Gesellschaft mit einzubringen. Zu den Gründungsmitgliedern zählten u. a. Max Pechstein, Georg Tappert, Heinrich Richter-Berlin und Moriz Melzer, die ihrerseits bereits Mitglieder der „Neuen Secession“ gewesen waren. Diese war 1910 als Abspaltung von der Berliner Sezession entstanden und zu Beginn des Ersten Weltkrieges aufgelöst worden. Die Novembergruppe stellte trotz anfänglicher Kritik in den 1920er Jahren beharrlich die zeitgenössische Avantgarde in all ihren Facetten aus. Hier wurden Künstler wie Chagall, Dix, Feininger, Kandinsky, Klee oder Malewitsch neben einer großen Zahl heute zu Unrecht vergessener Künstler gezeigt und somit das Ziel, Kunst und Gesellschaft einander näher zu bringen, vehement verfolgt.


Restauran (sic) Café.

Aquarell mit Tusche auf Maschinenbütten, mit Bleistift signiert und datiert, 1929. 21 : 18 cm auf 30 : 22 cm. Provenienz: Privatsammlung Westfalen. Einheitlich etwas gebräunt und fleckig.

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