Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Paris, Roland (Wien 1894 - 1945 Swinemünde)

Ohne Titel (Conférencier / Selbstportrait; recto: Kellner).

recto
verso

Gouache mit Collage auf Ingrespapier, mit Pinsel signiert, um 1925. 46,3 : 26,2 cm (Papierformat). Provenienz: Privatsammlung Westfalen. Geringe Altersspuren, sonst sehr farbfrisch erhalten.
Die Familie Paris war seit 1900 in Weimar ansässig, wo Roland ab 1909 die Großherzoglich-Sächsische Kunstgewerbeschule besuchte. Nach verschiedenen Bildhauerkursen in Weimar und München studierte er Malerei bei Walter Klemm in Weimar. Den Ersten Weltkrieg verbrachte er u. a. an der Ostfront, bevor er 1919 nach Berlin übersiedelte. 1924 heiratete er die Tänzerin Lisl Austen, die für die meisten seiner weiblichen Figuren als Modell diente. Die überwiegende Zahl seiner männlichen Darstellungen zeigen seine Gesichtszüge. Paris war vielseitig veranlagt, schuf Skulpturen und Graphiken zum Thema Commedia dell’arte, die Anklänge an den Jugendstil hatten und gründete 1919 einen Verlag, in dem er u. a. seine Graphikmappen veröffentlichte. Sein künstlerischer Erfolg nahm unter den Nationalsozialisten kontinuierlich ab, 1942 musste er den Verlag wieder auflösen. 1943 wurde er trotz seines Alters zur Kriegmarine nach Swinemünde einberufen. Dort kam er drei Tage vor Kriegsende bei einem Luftangriff ums Leben.

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