Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Hecker, Peter (Türnich bei Bergheim 1884 - 1971 Odenthal/Scheuren)

Ohne Titel (Die apokalyptischen Reiter).

Kreidelithographie auf Velin, mit Bleistift signiert, im Stein signiert und datiert, 1940. 50 : 38 cm auf 63,5 : 46,8 cm. Provenienz: Privatsammlung Westfalen. Der rechte Rand etwas knittrig, leicht gebräunt.

Peter Hecker trat im Rheinland besonders durch seine expressionistischen Sakralfresken in Erscheinung, in denen er u. a. seine Fronterlebnisse des Ersten Weltkrieges verarbeitete und - zur Empörung etlicher Kirchgänger - das Nachtleben der 1920er Jahre darstellte. Über 30 Kirchen im Rheinland und die Hedwigskathedrale in Berlin malte er aus, das meiste davon heute zerstört. Teile seines Nachlasses gingen 2018 ins Archiv des Erzbistums Köln und werden derzeit aufgearbeitet.
Hecker gibt hier im zweiten Jahr des Krieges ein Szenario von Tod, Angst und Vernichtung wieder, über dem die vier apokalyptischen Reiter - teils Tier, teils Mensch - teils Skelett - weiteres Unheil bringen. In der Bibel finden wir in den Offenbarungen des Johannes im 6. Kapitel diese Reiter als Boten des nahenden Untergangs. Während drei von ihnen dort jedoch mit ihren Attributen für verschiedene Bedrohungen (Hungersnot - Waage, Tod - Leichnam und Krieg - Schwert) beschrieben werden, finden wir hier die Sense, ein Schwert und eine Geissel. Alles dient dem Töten, Zerstören und so spricht keine Hoffnung aus dem Bild, kein apokalyptischer Weltuntergang mit Hoffnung auf eine Zeitenwende.

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