Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Stoecklin, Niklaus (1896 - Basel - 1982)

Die Blinde

Kreidelithographie auf Bütten, mit Bleistift signiert und datiert, im Stein betitelt, monogrammiert und datiert, 1918. 28,5 : 24 cm auf 41,5 : 31,8 cm. Mit dem Blindstempel der „Schaffenden“. Söhn HDO 72703-9. Provenienz: Privatsammlung Köln. Eins von 100 Exemplaren auf Bütten (dazu 25 auf Japan) für die Mappe „Die Schaffenden“, 1. Jahrgang, 3. Mappe, 1919. „Blicken wir zurück nach Stoecklins Anfängen nach dem letzten Krieg (1914— 1918), so sehen wir ihn beschäftigt mit Versuchen, sich der Ausdrucksmittel der damaligen Zeit zu bedienen. Es lag herum, was der Krieg übrig gelassen hatte: Zerstörtes Land, zerstörtes Leben, zerschlagene Ideale. Was sich bis 1914 vom Glauben an überpersönliche Werte mühsam erhalten hatte, war im Krieg untergegangen. Wer seine Stimme wieder erhob, vermochte nur noch ,dada‘ zu lallen. Künstler spielten mit Bruchstücken einer vergangenen Welt, setzten Klötzchen und Bettfedern zusammen und zeichneten mit müdem Strich Schieber und Prostituierte. Leer an starken Gefühlen gerieten sie allmählich in die ästhetische Elementarschule des Kubismus, in welcher auch Stoecklin kurze Zeit experimentierte.“ (Dr. H. B. im Katalog zur Stoecklin-Ausstellung in der Kunsthalle Basel 1940). Wenig später wird Stoecklin 1925 in der Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ als einer der Hauptvertreter der Schweiz präsentiert werden.

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