Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Austermann, Max (Dorsten 1872 - 1941)

Drei Kompositionen zu Sinfonien von Johannes Brahms.

Gouachen auf festerem Papier, mit Pinsel signiert, bezeichnet "Hagen" und datiert, 1920. Je 49,5 : 68,4 cm. Dazu zwei Autographen von Christian Rohlfs. Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. An den Rändern teils Einrisse und Knicke, verso Montierungsreste, sonst von farbfrischer Erhaltung. Verso jeweils in Bleistift beschriftet: "Nach dem Trio H-Dur op. 8 v. Joh. Brahms Allegro con brio-Scherzo"; "Allegro con troppo. Ddur Symphonie op. 73 v. J. Brahms"; "Symphonie N°2 Ddur op. 73 (Allegro non troppo) von Joh. Brahms".

Max Austermann war Lehrer an der Städtischen Gewerblichen Fortbildungsschule in Hagen, aus der die Folkwang-Malerschule hervorging. Er setzte sich sehr für seine Schüler ein und vermittelte allein 6 von ihnen ans Bauhaus (aus keiner anderen westfälischen Stadt kamen mehr Studierende). 1928 publizierte er die Abhandlung "Die Kunst- und Plakatschrift", 1929 die "Anleitung zur Erlernung der Kunst- und Plakatschrift". Zugleich war Austermann auch Mitglied des 1907 gegründeten Deutschen Werkbundes. Im Mitgliederverzeichnis des Jahres 1913 wird er wie folgt gelistet: "Austermann, Max, Maler u. Kunstgewerbler, Lehrer an der Stadt. Malerschule, Hagen i.W., Elbersufer 16". Für 1917 ist ein Kontakt zu Karl Ernst Osthaus durch einen Brief von diesem an Austermann belegt (KEO-Archiv Kr 7/1 ms). 1919 fand in Hagen eine große Ausstellung mit Werken Lyonel Feiningers statt, kurz bevor ihn Gropius im Mai ans Bauhaus berief. Möglicherweise ist so der Kontakt zwischen Austermann und dem Bauhaus entstanden. Eine engere Beziehung hatte der Künstler zu Christian Rohlfs, von dem er auch einige Gemälde besaß. Dieser schrieb ihm 1920: "Hagen Museum - Sehr geehrer Herr Austermann. Haben Sie vielen Dank für Ihre freundlichen Wünsche. Können Sie nicht einmal hierher kommen zur Aufmachung der Flasche Bornekamp? Ich habe noch immer Zimmerarrest hoffe aber bald frei zu kommen. Von meiner Frau und mir herzlichste Grüße Ihr Chr. Rohlfs" (offensichtlicht zu dem Zeitpunkt erkrankt). Das zweite Schriftstück ist eine Art Expertise und bezieht sich auf vorliegende Blätter: "Ich habe eine grosse Anzahl Zeichnungen Entwürfe u. Compositionen von Herrn Austermann gesehen. Sie haben mich aufs lebhafteste intressiert, sie sind von stürmischer Lebendigkeit und Phantasie. Manches wie im Fluge erhascht. Eigenartig, die Zeichnung ist immer bestimmt u. klar. Es heisst wohl Tag u. Nacht arbeiten wenn Herr Austermann solche Dinge machen kann neben seinem Lehrberuf. Hagen Jan. 1925 Prof. Dr. h.c. Chr. Rohlfs"

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