Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Laurencin, Marie (1885 - Paris - 1956)

Petite fille à la rose

 Leicht kolorierte Kreidelithographie auf Japanpapier, mit Bleistift signiert und nummeriert, 1926. 24,5 : 18,3 cm auf 43,5: 32,2 cm.
Marchesseau 104.
Eins von 110 Exemplaren für "La Vie de Château" (Blatt 5). Provenienz: Privatbesitz Bielefeld
Im ehemaligen Passepartout-Bereich sehr leicht lichtrandig, sonst sehr schön erhalten.

Für vorliegendes Porträt stand vielleicht die Nichte Barbara Modell.

Marie Laurencin gehört neben Suzanne Valadon und Sonia Delaunay zu den wenigen Malerinnen, die im Paris des Fin du siècle um künstlerische Akzeptanz und Anerkennung fechten. Nachdem sie eine Ausbildung als Porzellanmalerin in Sèvres absolviert hat, studiert sie an der Académie Humbert, wo sie Braque begegnet. Laurencin lernt über ihn ihren späteren Freund Apollinaire, Picasso und Matisse kennen, was nicht ohne Einfluß auf ihr Werk bleibt. 1907 stellt sie erstmals im Salon des Indépendants aus, 1908 erwirb Gertrude Stein eines ihres Bilder auf ihrer ersten Einzelausstellung bei Berthe Weill. Die Künstlerin ist auf der legendären Armory Show in New York 1913 mit sieben Werken vertreten. Seit diesem Jahr wurde sie durch Paul Rosenberg vertreten. Ab 1915 hat sie ihr Thema gefunden: verträumte Mädchenporträts mit melancholischen Augen und blassem Teint, manchmal von Tieren oder Pflanzen umgeben. Später fertigt sie auch Kostüme und Bühnenbilder, u. a. für die berühmten Ballets Russe. Durch ihre Heirat mit Baron Otto von Waetjen bekommt sie die deutsche Staatsangehörigkeit und muß während des Ersten Weltkrieges nach Spanien ausweichen. 1918 zieht das Paar nach Düsseldorf, bis sich Laurencin 1921 scheiden läßt und nach Paris zurückkehrt, wo sie bis zu ihrem Tod lebt.


„Für Petra“.

Bleistiftzeichnung mit Buntstift auf Zeichenblockpapier, mit Bleistift signiert und gewidmet, um 1920. 23,4 : 17,7 cm (Blattformat). Provenienz: Privatsammlung Köln. Die Widmung lautet: „Ihre Tante für immer“. 1914 bis 1921 war Laurencin mit dem deutschen Maler Otto Christian Heinrich von Wätjen (Düsseldorf 1881 - 1942  München) verheiratet. Petra Clemen (Bonn 1911 - 1986 Bad Endorf) war die Tochter von Wätjens Schwester Louise Elisabeth, die mit dem Kunsthistoriker Paul Clemen (1866-1947) verheiratet war. Petra war eine erfolgreiche Buchillustratorin.


A Barbara.

Bleistift mit Buntstift auf Skizzenbuchpapier, mit Bleistift signiert und gewidmet „Die Tante für immer“, um 1920. 20,5 : 14,2 cm (Blattformat). Provenienz: Privatsammlung Köln. Barbara Clemen (Bonn 1916-1982) war die jüngere Schwester Petras und mit dem Juristen Winfried Martini verheiratet.

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