Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Janssen, Horst (1929 - Hamburg - 1995)

Selbstbildnis in der Manier einer Tuschzeichnung.

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte bezeichnet "an Schack 14 °°" sowie datiert, 23.10.1971. 22,2 : 14,8 cm auf 46,6 : 28,4 cm.
Frielinghaus 782 (1971); Gäßler 13/6.
Einer von 12 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, sonst vorzüglich erhalten.
Blatt 3 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972.
Schack schreibt zur Technik: "Die Zeichnung ist mit einem Kartoffelschälmesser auf die lackierte Kupferplatte gekratzt, um die Erscheinungsweise einer Tuschzeichnung mit den Möglcihkeiten einer Radierung wiederzugeben. Die breiten Strichbahnen sind mit der abgerundeten Seite der Klinge gezogen, mit einer Verkantung des Messers zur Spitze sind die Striche an mehreren Stellen schmal weitergeführt. Diese Lineatur ist verhältnismäßig kurz geätzt. Zwischen Augen, Nase und Mund Zeichnung mit der kalten Nadel."

Selbstbildnis zerstreut.

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf grauem Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte bezeichnet "so so + so + so" sowie datiert, 26.10.1971. 22,1 : 14,7 cm auf 46,2 : 28,4 cm.
Frielinghaus 777 (1971); Gäßler 13/4.
Einer von 10 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, sonst vorzüglich erhalten.
Blatt 4 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972.
Schack schreibt zur Technik: "Augen, Ohr, Nase und Mund sind in verschiedener Technik radiert, - alles über das Blatt zerstreut, schraffiertes Ohr, Kaltnadelnase, flächengeätzter Mund, ein Auge in reiner Strichzeichnung, das andere leicht von der kalten Nadel hinterfangen."


Anmerkung zum Schatten.

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf hellbraunem Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte betitelt und  datiert, 26.10.1971. 22,3 : 14,8 cm auf 46,2 : 28,4 cm.
Frielinghaus 778 (1971); Gäßler 13/5.
Einer von 10 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, sonst vorzüglich erhalten.
Blatt 5 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972.
Schack schreibt: "Diese Anmerkung zum Schatten soll lauten: daß nämlich derselbe in seiner Mitte heller sei als an seinen Rändern, die sich im Kontrast zum umgebenden Licht schärfer und dunkler abzeichnen. Zur betrügerischen Unterstützung der Beweiskraft dieser radierten Behauptung sind drei weißgekleidete Gestalten in der Mitte des Schattens aufgestellt."


Pif, einen Virtuosen auffletschend.

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf bräunlichem Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte betitelt ("Pif") und datiert, 27.10.1971. 22,2 : 14,9 cm auf 46,2 : 28,2 cm. Frielinghaus 782 (1971); Gäßler 13/6.
Blatt 6 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972. Einer von 15 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, sonst vorzüglich erhalten.
Schack schreibt: "Dieses Blatt ist als ein in allen Klangfarben der Radierung schillerndes Konzert angelegt: das sich sträubende Fell des Tieres ist selbstgewählter Vorwand für die virtuose Entfaltung aller Möglichkeiten der durchsichtigen Übereinanderschichtung von reiner Zeichnung, gestuften Flächenätzungen, Negativ-Pinselzeichnung mit Asphaltlack, tiefgeätzten Flächen und aufgesetzten dunklen Kaltnadellichtern."


Frost

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte betitelt und  datiert, 27.10.1971. 22,2 : 14,7 cm auf 46,2 : 28,4 cm.
Frielinghaus 783 (1971); Gäßler 13/7.
Einer von 8 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, im ehemaligen Passepartout gering lichtrandig, sonst vorzüglich erhalten.
Blatt 7 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972.
Schack schreibt: "Die hellen Pinselbahnen im ausgesparten Rechteck vor dem Himmel sind, ähnlich wie auf dem Gewand des >Jittoku<, mit Asphaltlack auf die Platte gemalte: dort bleibt die Platte von der Säure unberührt und der Druck weiß. Ringsherum gestufte Flächenätzung."


Der Einsiedler

Kaltnadelradierung mit Strichätzung und Aquatinta auf Bütten, mit Bleistift signiert, datiert und als "P"(robedruck ) bezeichnet, in der Platte betitelt, 1971. 22,2 : 14,7 cm auf 46,2 : 28,4 cm.
Frielinghaus 785 (1971); Gäßler 13/8.
Einer von 15 Probedrucken vor der Auflage von 50 Exemplaren.
Verso kleine Montagestreifen, sonst vorzüglich erhalten.
Blatt 8 der Suite "Hokusai's Spaziergang", gedruckt von Hartmut Frielinghaus, Hamburg, verlegt von Gerhard Schack, Christians Verlag, Hamburg 1972.
Schack schreibt im Nachwort der Buchausgabe "Rechts unten - andersherum - die Spuren des angefangenen Kopfes von einem Porträt.
Jittoku (chinesisch: Shih-tê) wird in China und Japan gewöhnlich mit seinem Freund und Wandergefährten Kanzan (chinesisch: Han-shan) dargestellt. Sie lebten vermutlich im 9. Jahrhundert und gehören in Ostasien zu den Vorbildern des unsterblichen, freien und schöpferischen Geistes. Zahlreiche Darstellungen dieser beiden gibt es im Werk der Zen-Maler.
Janssens Radierung bezieht sich auf ein Bild des japanischen Malers Shôhakû (1738-1795): Jittoku redend, im Profil mit einem Besen in der linken Hand. Erinnerungen an den >Koloß< von Goya spielen mit hinein, besonders wohl in der Fassung des Gemäldes (um 1808-12) im Prado. Sie erscheinen in dieser Radierung durch die Verbindung mit der japanischen Anregung in die Variante einer einsiedlerisch in sich gekehrten Monumentalität verwandelt.  Die gleichzeitige Entrückung und die Verbindung der Gestalt des Einsiedlers mit der Landschaft mag eine Antwort auf die Erscheinung des Goya'schen Giganten hinter dem flachen Bergrücken sein: auf der Radierung steht der Einsiedler - durch den Betrachter hindurch ein fernes Ziel fixierend - gleichzeitig in dem Wasser, das er trockenen Fußes vor sich herschiebt.
Die Pinselführung des japanischen Vorbildes ist in der Behandlung des Gewandes aufgegriffen: die in der Art einer Lackmalerei mit Asphaltlack auf die Platte gesetzten Pinselzüge erscheinen dabei jetzt als helle Negativformen, weil die Säure an diesen Stellen die Platte nicht erreicht hat. Ringsherum sind gestufte Flächenätzungen durch verdünnten Asphaltlack hindurch und mit vorsorgenden Lackspritzern angewendet; außerdem Kaltnadel im Gesicht, um die Hand herum und über dem Horizont."

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