Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Deierling, Harry (Philadelphia 1894 - 1989 Berlin)

Ohne Titel (Schwarzwaldtal).

Aquarell auf Papier, auf Karton montiert, mit Pinsel signiert und datiert, 1925. 31,8 : 40,2 cm. Provenienz: Sammlung Thomas B. Schumann, Hürth.

Die deutschstämmigen Eltern des Künstlers kehrten mit der Familie 1900 nach Deutschland zurück und ließen sich in Berlin nieder. Hier studierte Deierling von 1911 bis 1913 an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums bei Emil Orlik. In dieser Zeit lernte er Paul Kuhfuss und Oskar Moll kennen. 1913 erfolgte seine erste Teilnahme an der Juryfreien Kunstschau, wo er positive Kritiken erhält. Es beginnt eine enge Freundschaft mit Bruno Krauskopf und Wilhelm Kohlhoff, der ein zweites Atelier in Heidelberg besaß, das Deierling oft besuchte und von wo die beiden Künstler zahlreiche Ausflüge machten. 1919 wurde er Mitglied der Berliner Secession und beteiligte sich bis 1933 anderen Gruppenausstellungen. Dann bekam er Ausstellungsverbot und hielt sich mit verschiedenen Aushilfstätigkeiten über Wasser, seine Bilder galten schließlich als entartet. Ein Bombenangriff 1943 in Berlin vernichtete etwa 600 Gemälde und 1000 Arbeiten auf Papier. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte und arbeitete Deierling in Ostberlin, doch erneut stoßen seine Bilder in der offiziellen Kunstdoktrin auf Ablehnung. Dadurch zog er sich mehr und mehr aus dem Kunstbetrieb zurück.

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