Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Dellgruen, Franziskus (Köln 1901 - 1984 Berlin)

Ohne Titel (Im Café).

Tuschpinselzeichnung, mit Kohle überarbeitet, auf festerem Papier, mit grüner Tinte signiert, um 1930. 42,7 : 30,2 cm (Blattformat). Kleinere Randmängel. Provenienz: Privatsammlung Bayern. Der Künstler überarbeitete wohl häufiger seine Zeichnungen durch rüdes Wegkratzen der Tusche. Dadurch bekommt das Blatt etwas Collagenartiges. Dellgruen besuchte zunächst in Köln von 1917 bis 1922 die Kunstgewerbeschule, bevor er 1923 nach Dresden an die Akademie ging, um dort 1926 Meisterschüler bei Robert Sterl zu werden (1923-1927). Nebenbei studierte er dort auch bei Kokoschka. 1927 erhielt er das Jubiläumsstipendium der Stadt Dresden, einige Werke wurden von dortigen Museen erworben. Nach einem Studienaufenthalt in Italien war er 1928 bis 1931 Meisterschüler bei Max Slevogt in Berlin. Im Anschluß lebte er dort als freier Künstler und beteiligte sich regelmäßig an Ausstellungen. "Ich stellte bis 33 in den üblichen Ausstellungen aus. Danach wurden meine Arbeiten abgelehnt. Ich arbeitete, glaube ich, mit ganz guten Resultaten an mir selbst. 42 wurde ich Soldat. Sah Russland und weiß heute dass es die tiefste Spanne meiner Seele freilegte. 45 heimgekehrt besaß ich nichts mehr. Aber es war ein großer Wille in mir und ein tiefer Glaube an das Leben." (Lebenserinnerungen, Manuskript um 1955). Bei einem Bombenangriff 1943 verlor er fast sein komplettes Frühwerk.  Wie meist, ist auch dieses Werk undatiert. Vergleiche mit anderen Zeichnungen lassen aber eine Datierung um 1930 vermuten. Trotz seiner impressionistischen Lehrer findet man hier besonders deutlich Einflüsse von Künstlern wie Max Beckmann. 

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