Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Barlach, Ernst (Wedel 1870 - 1938 Rostock)

Selbstbildnis I

verkauft

Kreidelithographie auf Bütten, mit Bleistift signiert und nummeriert, 1928. 43,5 : 32 cm. Laur 89. Eines von 50 Exemplaren. Provenienz: Westfälische Privatsammlung.

An den Rändern etwas gebräunt.

Der 58 jährige Künstler scheint skeptisch, zumindest aber ernst am Betrachter vorbei in die Ferne (Zukunft) zu schauen. Die faltige Stirn, die Tränensäcke und der nach unten gezogene Mundwinkel zeigen ein vom Leben gezeichnetes Gesicht ganz ohne Beschönigungen. Es ist eines seines bekanntesten und intensivsten Selbstbildnisse.

Der Zweifler

Bronze mit bräunlicher Patina, signiert und mit Giesserstempel "H. Noack, Berlin", 1930. Höhe 51,5 cm. Laur 470-2 (von 3). Provenienz: Privatsammlung Westfalen. 

Einer von 27 seit 1938 entstandenen Güssen von insgesamt 46 Exemplaren. Die Bronze ist in der Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg registriert.

Die Bronzeplastik mit dem programmatischen Titel ist eine besonders bedeutende Arbeit innerhalb des Spätwerkes Barlachs.1937 formte Barlach eine doppelt so große  Holzfassung nach dieser Bronze, in beiden Fällen hat der Dargestellte Ähnlichkeit mit dem Künstler. Vorausgegangen waren etliche Zeichnungen, mit denen er sich dem Thema näherte. Die Figur zeigt einen auf die Knie gesunkenen Mann mit verschränkten Händen, der mit gesenktem Blick in seiner Haltung verharrt. Der Künstler/Der Mensch zweifelt an seiner Existenz, seinen Entscheidungen und auch seinem Schicksal, meisterhaft durch Mimik und Gestik dargestellt. Barlach formuliert mit dieser Bronze auch ein Geständnis an die aufkommenden Zweifel bezüglich der politischen Veränderungen, die er auf Deutschland zukommen sieht.

Im Jahr der Entstehung der Bronze findet eine große Retrospektive seiner Arbeiten in der Berliner Akademie der Künste statt, 1933 bekommt er den Orden "Pour le Mérite", 1935 vollendet er den "Fries der Lauschenden", doch dann gerät auch er in die Verfemungskampagne der Nationalsozialisten.

verkauft

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