Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Maetzel-Johannsen, Dorothea (Lensahn 1886 - 1930 Hamburg)

Die Familie Maetzel-Johannsen 1926. Von links: Peter, Monika, Dorothea, Bogumil, dahinter stehend Emil, daneben Ruth.

Dorothea Maetzel-Johannsen besuchte von 1903 bis 1907 die Gewerbeschule in Hamburg und wurde Zeichenlehrerin. 1910 heiratete sie den Architekten und Maler Emil Maetzel (1877-1955), wodurch es ihr nicht mehr erlaubt war, als Lehrerin zu arbeiten. Während des Krieges war Maetzel in Berlin stationiert, was Dorothea einen Unterrichtsbesuch bei Lovis Corinth ermöglichte. Ihr Gesundheitszustand war bereits geschwächt, ein Gelenkrheumatismus führte bei ihr zu einer chronischen Herzschwäche. Zusammen mit ihrem Mann und dem Maler und Bildhauer Heinrich Steinhagen (1880-1948) gründete sie 1919 die "Hamburgische Sezession", in diesem Jahr erreichte ihr durch den Brücke-Expressionismus beeinflusstes Werk seinen Höhepunkt. 1923 bekam sie den ehrenvollen Auftrag von dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, Gustav Pauli, Wandbilder für den Vorraum des Vortragssalles der Kunsthalle zu gestalten. 1926 erfolgte der Umzug in das von Maetzel entworfene Haus in Hamburg-Volksdorf. Ihre letzten großen Bilder malte die Künstlerin 1929 in Schweden, bevor sie 1930 mit 44. Jahren nach einer Opertion an Herzschwäche starb. Sie hinterließ vier Kinder: Ruth (1911-2002), Bogumil (1913-1989), Peter (1915-1940) und Monika (1917-2010).

Monja mit Taube II.

Öl auf Holz 1926. 22 : 14 cm. Buchholz-Zitzewitz 134. Provenienz: Nachlaß der Künstlerin.

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre ist die Phase des Expressionismus bereits zugunsten einer lichteren, der Neuen Sachlichkeit sich annähernden Malweise abgeklungen. Das Motiv, das ihre Tochter Monika zeigt, hat die Künstlerin mehrfach variiert.


Bogumil mit Buch.

Öl auf Holz 1927. 19 : 14 cm. Buchholz-Zitzewitz 149. Provenienz: Nachlaß der Künstlerin.

Zu sehen ist ihr ältester Sohn Bogumil.

Auf einer Reise nach Paris und Chartres 1925 entdeckte sie das kleine Format für sich. Kleine, farblos grundierte Holzbretter, die sehr leicht und daher gut transporbar sind, kamen nun zum Einsatz. Sie malte darauf sehr lasierend, der Untergrund schimmerte stellenweise durch. Die Palette bestand aus lichten Pastelltönen. 

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