Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Sterl, Robert (Großdobritz 1867 - 1932 Naundorf)

Schmilka.

Tuschfederzeichnung auf Karton, mit Tusche betitelt und datiert, 19. Sept. (18)93. 24 : 16 cm. Verso mit Nachlaß-Stempel und der Nummerierung „B 250“.

Sterl verbrachte die letzten zwei Septemberwochen 1893 in den Steinbrüchen bei Schmilka an der Elbe, um für einen Illustrationsauftrag für Theodor Gampes Aufsatz „Aus den Elbsandsteinbrüchen“, der in der Zeitschrift „Universum“ erschien, Studien zu fertigen.
„Ein Illustrationsauftrag für einen Aufsatz über den Steinbruch im ,Universum‘, der ihm angetragen wurde, hat die Vorliebe für solche Gegenstände des tätigen Lebens voll Kraft und Bewegung noch bestärkt und den Anlaß zu eifrigen Studien in den Elbsandsteinbrüchen von Postelwitz und Cotta gegeben, von denen so viele Anregungen für sein Lebenswerk ausgegangen sind.“ (Posse, Hans, Robert Sterl. Dresden 1929. S. 20)

Erdwinde (Arbeiter am Göpel im Steinbruch)

Erdwinde (Arbeiter am Göpel im Steinbruch). Bleistift auf Bütten, mit Bleistift monogrammiert und bezeichnet, ohne Jahr. 14,5 : 23,2 cm. Verso mit dem Nachlaß-Stempel und der Nummerierung „B 741“. In den beiden oberen Ecken winzige Löchen, minimal knittrig.

„Sterl suchte zunächst für seine Illustrationen die Sandsteinbrüche bei Schmilka und Cotta auf und zeichnete hier in unglaublich kurzer Zeit vom 17. bis zum 24. September 1893 alle wesentlichen Arbeitsvorgänge im Steinbruchbetrieb. Bemerkenswerterweise hat sich Sterl auch hier wie bei seinem ersten Auftrag von außen, gewissermaßen über die technischen Details zum Kern seines künstlerischen Anliegens vorgearbeitet. Er skizzierte alle Tätigkeiten in einem Steinbruch vom Bohren, Brechen, Behauen, Transportieren bis zur Beräumung und er notierte zeichnend alle Werkzeuge und Hilfsmittel, die Bohrer und Brechstangen, die Loren und Steinwagen, die Keile, Hämmer und Scharriereisen, die Abraumhalden und selbst die Steinkähnen auf der Elbe.“  (Zimmermann, Horst, Robert Sterl. Leben und Werk in Briefen und Selbstzeugnissen. Dresden 2011. S. 42.).


Ohne Titel (Lesender Mann).

Ohne Titel (Lesender Mann mit kleinem Mädchen auf dem Schoß, daneben ein Knabe, den Betrachter anblickend). Bleistiftzeichnung auf Karton, mit Bleistift signiert, bezeichnet und datiert, „Wittgenborn 93“, 1893. 23 : 18,8 cm auf 32,2 : 24,1 cm. Geringfügige Altersspuren.

Sterl reiste im Oktober 1893 auf Empfehlung seines Malerfreundes Carl Bantzer ins hessische Wittgenborn. Bantzer (1857-1941) stammte aus Hessen und war als Professor der Dresdner Akademie u. a. Lehrer von Conrad Felixmüller.

„Ich denke mir, das Wittgenborn für Dich hauptsächlich geschaffen ist. Außer kleinen Bauern besteht die Bevölkerung nur aus Töpfern, die nebenbei auch etwas Ackerbau betreiben“ (Brief Bantzers an Sterl vom 6. 9. 1893).


Einäugiger Briefbote

recto
verso

Einäugiger Briefbote (recto); Rasierstube (verso). Tuschfeder- und Bleistiftzeichnung bzw. Bleistiftzeichnung, verso mit Bleistift monogrammiert, beidseitig betitelt, ohne Jahr. 19 : 9,5 cm bzw. 18 : 13,5 cm auf 30 : 23,5 cm. Mit leichten Altersspuren.

„“Neulich habe ich hier zufällig dem Dorfbarbier zugesehen, das war das Komischste was ich seit langer Zeit erlebt und wenn ich‘s recht humoritisch zeichnen könnte, würde ich‘s wohl versuchen.“ (Sterl in einem Brief an Claudius vom 13.11.1893).


Ohne Titel. (Mann in hessischer Tracht am Esstisch).

Bleistift auf festem Papier, mit Bleistift monogrammiert, bezeichnet und datiert „Holzburg am 12 Mai 94“, 1894.
31,8 : 29,8 cm.
Kleinere Fleckchen und Altersspuren.

Im Frühjahr 1894 reiste Sterl in die hessischen Orte Wittgenborn und Holzburg.

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