Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Sterl, Robert (Großdobritz 1867 - 1932 Naundorf)

Ohne Titel (Studien zu dem Gemälde „Steinbrecher“).

Pastellkreide und Bleistift auf grünlichem Ingrespapier, mit Bleistift monogrammiert, undatiert. Ca. 27,6 : 42 cm (Blattformat).


Steinbrecher. Öl auf Leinwand 1926. Popova 1130. Verbleib unbekannt

Der Furor des Erlebnisses vor der Natur, der Eindruck der bewegten Erscheinung im Licht, in zitternder Luft und vibrierender Farbe wird immer reiner ins fertige Bild zu retten gesucht. Die Grenzen zwischen der zugreifenden Studie vor der Natur, in der sich vonAnfang an Sterls Entwicklung am deutlichsten abgespielt hat, und dem auf ihrer Grundlage mit Überlegung im Atelier vollendeten Bild verwischen sich. [...] Es sind rein persönliche Schöpfungen, die in der deutschen Malerei einzig dastehen, etwa wie gewisse vielfach abgewandte Themen Liebermanns. So starke und neue Erlebnisse Sterl seit der Hessenzeit bewegt haben, immer wieder hat ihn die Welt des Steinbruchs zur Beschäftigung mit diesen Motiven vollkraftvoller Bewegung in Licht und Farbe gezogen.“ (Posse, Hans. Robert Sterl. Dresden 1929. S. 28 f.)

„Ein Illustrationsauftrag war der Ausgangspunkt für Sterls lebenslange Beschäftigung mit den Arbeitern in der Felslandschaft der Steinbrüche und ihrer Arbeit unter freiem Himmel. [...] Jahre später beschäftigten Sterl Steinbrecher, die im wahren Wortsinn Steinblöcke vom Fels abbrechen [...] indem sie ihre Brechstangen in vorbereitete Bohrlöcher stecken und unter Ausnutzung der Hebelgesetze in gemeinsamer Aktion den Block von der Wand zu trennen zu legen suchen. Diese Parallelität als Ausdruck des notwendig gemeinsamen Handelns fand in Zeichnung und Farbe, in Komposition und malerisch zupackendem Vortrag eine überzeugende Niederschrift in den Studien zu den Steinbrechern, die sich in den Museen Bautzen, Essen und Leipzig befinden. In beeindruckender Intensität umkreiste Sterl neben den Steinhebern und Transporteuren gerade diese Steinbrecher, um ihre nur bei größter Kraftanstrengung gemeinsamen Handelns erfolgreiche Arbeit künstlerisch überzeugend umzusetzen. In zahlreichen vorbereitenden Zeichnungen orientierte sich Sterl, Standort und Ansicht wechselnd, an den Haltungen der in einer Reihe arbeitenden Männer.“ (Zimmermann, Horst, Steinbrecher. In: Dalbajewa, Birgit und Gisbert Porstmann, Hrsg., Robert Sterl. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölskizzen. Dresden 2011. S. 63 ff).


Ohne Titel (Studie zu dem Gemälde „Steinbrecher“).

Kohle und Bleistift auf festem Papier, mit Bleistift monogrammiert und datiert, 1. Nov. 1925.18,3 : 19 cm auf 24,6 : 22,5 cm.
Der rechte Rand etwas unregelmäßig, kleine Fleckchen, verso Montierungsstreifen.


Ohne Titel (Studie zu dem Gemälde „Steinbrecher“).

Pastellkreide und Bleistift auf grauem Ingrespapier, mit Kohle monogrammiert und datiert, 25. XII. (19)25. 17 : 17 cm auf 22,2 : 19,5 cm.
Die Ränder etwas unregelmäßig, verso Montierungsstreifen.


Ohne Titel (Studie zu dem Gemälde „Steinbrecher“).

Pastellkreide und Bleistift auf grünlichem Ingrespapier, mit Kohle monogrammiert und datiert, 1. I. 1926. 15,8 : 15,2 cm auf 19,7 : 20,5 cm. Die Arbeit besteht aus zwei zusammengeklebten Blättern.


Ohne Titel (Studie zu dem Gemälde „Steinbrecher“).

Pastellkreide und Bleistift auf grünlichem Ingrespapier, mit Bleistift monogrammiert und datiert, 2. I. 1926. 24,5 : 30,5 cm (Blattformat). Am unteren Rand fleckig.

„Die Steinbrecherei freilich ist ein mühsames, gesundheitsschädliches und gefahrvolles Gewerbe, mit einer Menge anhaftender Übel, die jedes leidlich veranlagte Menschenherz mindestens verstimmen müssen. Wie mancher sitzt in seinem waremn Heim, umfaßt von den edelsten Sandsteinfassaden, und hat keine Ahnung davon, daß an jedem dieser Steine ein Stückchen Lunge hängt, welches der Steinbrecher bei jeder Arbeit zusetzen mußte.“ (Theodor Gampe, Aus den Sandsteinbrüchen. In: Universum. Dresden 1894. Spalte 2260)

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