Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Sterl, Robert (Großdobritz 1867 - 1932 Naundorf)

Einführung

Sterl zeichnend, Frankreich 1915

Der 1867 geborene Dresdner Maler und Zeichner Robert Sterl hat Wesentliches zur Ausbildung einer spezifisch sächsischen Variante des deutschen Impressionismus beigetragen.Seit 1904 war er als Professor an der Dresdner Kunstakademie tätig und konnte hier wichtige kunstpolitische und künstlerische Reformen durchsetzen. 

Nachfolgende Sammlung von 86 teils doppelseitigen Zeichnungen befindet sich seit etwa 70 Jahren in Privatbesitz und wurde aus dem Nachlaß des Künstlers erworben. Die Blätter spiegeln Sterls künstlerischen Werdegang wider von der Dresdner Akademiezeit und der Entdeckung der ländlichen Bevölkerung Hessens bis zu den drei großen Höhepunkten seines Werkes: den Musikerporträts, der Darstellung der Steinbrucharbeiter und schließlich den Impressionen seiner Reisen nach Russland.

Drei Studien auf zwei Blatt zu dem Gemälde "Vesper"

Tuschfederzeichnung auf glattem Papier, mit Tusche monogrammiert, betitelt und datiert, (18)86. 10,5 : 7 cm auf 20,7 : 11,7 cm (aufkaschiert auf Bütten). Etwas gebräunt, kleine Fehlstelle rechts neben der Betitelung, insgesamt leichte Altersspuren.

DAZU:


Ohne Titel (Studie zu „Vesper“). Tuschfederzeichnung (recto) bzw. Bleistiftzeichnung (verso) auf festerem Papier. 10,2 : 13 cm (Blattformat).
Leichte Altersspuren, verso Montierungsstreifen.


1887 besuchte Sterl in Dresden eine Ausstellung mit Bildern französischer Impressionisten, seine erste Berührung mit der neuen Stilrichtung. Das Gemälde „Vesper in der alten Kreuzkirche“ entstand während Sterls Zeit als Meisterschüler im Atelier von Ferdinand Pauwels. Die sehr zahlreichen Studien zu diesem Bild entstanden in den Armenvierteln Dresdens. „Vesper in der Kreuzkirche“ ist der Auftakt zu mehreren Interieure-Bildern, die 1887/88 in dieser und der Dresdner Hofkirche entstanden. In der Dresdner Kreuzkirche wurde Sterl 1881 konfirmiert. Am 16. Februar 1897 brannte die Kreuzkirche völlig aus.

„Die ,Vesper‘ erinnert in der Eindringlichkeit scharfer psychologischer Beobachtung an Menzel. In der Schilderung der Zuhörer wird zum erstenmal das später für Sterl charakteristische musikalische Motiv aufgenommen.“ (Posse, Hans, Robert Sterl. Dresden 1929. S. 17)


recto
verso
Vesper in der Kreuzkirche, Dresden. Öl auf Leinwand 1887. Popova 42. Verbleib unbekannt

Vier Studien zum Gemälde "Vesper"

Ohne Titel (Studie des schwerhörigen Mannes, am linken Bildrand von „Vesper in der Kreuzkirche“ zu sehen). Bleistift und Tuschfederzeichnung auf Büttenpapier, mit Bleistift monogrammiert, um 1887. 26,2 : 20,2 cm (Blattformat). Verso mit dem Nachlaß-Stempel und der Nummerierung „B 490“. Mit einzelnen Fleckchen und Altersspuren.

DAZU:

Ohne Titel (Studie des jungen Herren, hinter dem Schwerhörigen stehend). Bleistift auf Büttenpapier, mit Bleistift betitelt, um 1887. 11 : 8 cm auf 20,9 : 11,2 cm. Verso mit dem Nachlaß-Stempel (verso leicht durchschlagend) und der Nummerierung „B 496“. Am unteren Rand größerer Fleck, insgesamt mit leichten Altersspuren.

DAZU:


Ohne Titel (Studienblatt zu der vorn rechts sitzenden Frau mit Kopfbedeckung). Bleistift auf Bütten, mit Bleistift monogrammiert, um 1887. Ca. 31,5 : 27 cm (Blattformat). Stellenweise fleckig und etwas angeschmutzt, einheitlich gebräunt. Der Rand oben und links etwas unregelmäßig. 

DAZU:


Vesper (Studien zu dem nach oben blickenden Herren - dritter von rechts). Bleistift auf Zeichenblockpapier, mit Bleistift monogrammiert und betitelt, um 1887. 25,7 : 20,7 cm. Verso mit Nachlaß-Stempel und der Nummerierung „B 262“. In den Ecken etwas angeschmutzt, der Rand stellenweise unregelmäßig, leichte Fleckchen und Altersspuren.

Studie des schwerhörigen Mannes
Studie des jungen Herren
Studienblatt der sitzenden Frau
Studien zu dem nach oben blickenden Herrn

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