Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Ludwigs, Peter (Aachen 1888 - 1943 Düsseldorf)

Ohne Titel (Fischer in Cassis)

Aquarell und Feder auf Bütten, mit Feder signiert, datiert und mit der Ortsbezeichnung "Cassis", 1929. 49,7 : 35 cm.
Stellenweise braunfleckig, ein hinterlegter Einriss, verso Montierungsreste, insgesamt aber von schöner Gesamterhaltung und beeindruckender Leuchtkraft.
Provenienz: Privatsammlung Westfalen.
Literatur: "Peter Ludwigs. Malerie, Grafik, Dokumente". Katalog der Ausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf 1982/83.

 

VERKAUFT

Peter Ludwigs entstammte einer wohlhabenden Aachener Fabrikantenfamilie. Er studierte Bildhauerei an den Akademien in Aachen, Lüttich und Brüssel. 1911 zog er nach Düsseldorf. 1915 bis 1918 nahm er als Freiwilliger am Krieg teil. 1918 wurde er neben Otto Pankok, Gert Wollheim u. a. Mitglied des "Aktivistenbundes", ebenso gehörte er 1919 zu den Mitbegründern des "Jungen Rheinlands", das sich bei Johanna "Mutter" Ey traf. 1924 beteiligte er sich an der "Ersten Allgemeinen Kunstausstellung" in Moskau gemeinsam mit Dix, Baluschek, Zille und Kollwitz. In dieser Zeit wandte er sich verstärkt der Malerei zu. 1926 lernte er die oldenburgerische Künstlerin Lucie Uptmoor kennen, die er ab 1927 in Düsseldorf unterrichtete und mit der er sich ein Atelier teilte. Nach Zerfall des "Jungen Rheinlands" wurde Ludwigs Vorstandsmitglied der "Rheinischen Sezession". Im Sommer 1929 reiste er gemeinsam mit Lucie Uptmoor und Heinz Tappeser für drei Monate nach Marseille, Arles und Cassis, wo auch unser Bild entstand. Nach der Machtergreifung Hitlers fand Ludwigs keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr, er mußte sich immer mehr zurückziehen. Ludwigs war seit 1922 KPD-Mitglied und arbeitete ab 1942 verstärkt im Widerstand. Am 5. Februar 1943 wurde Ludwigs verhaftet, seine schwere Zuckererkrankung wurde nicht behandelt, auch bekam er kein entsprechendes Essen. Dennoch zwang man ihn zu schweren Strassenräumarbeiten, wodurch der völlig ausgemergelte Künstler am 2. Juli 1943 im Gefängnis "Ulmer Höhe" starb. Zuvor hatte man seiner Frau die Besuchserlaubnis entzogen, damit sie sehen konnte, in welchen Zustand man ihn gebracht hatte.

Johanna Ey, Peter Ludwigs, Robert Pudlich, Luzie Uptmoor (von links nach rechts) vor dem Eingang der Galerie Ey
Peter Ludwigs und Johanna Ey

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