Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Signac, Paul (1863 - Paris - 1935)

Rouen

Aquarell und Farbkreide über Bleistift auf Skizzenbuchpapier, mit Bleistift signiert und betitelt, um 1900. 11,1 : 15,2 cm.

Provenienz: Privatsammlung Westfalen.


Nachdem Signac 1891 von Paris in die Bretagne umgezogen war, steuerte er als leidenschaftlicher Segler im Sommer zunächst etliche französische Häfen an. Hier fertigte er zahlreiche Studien und Skizzen, die er farbenreich und virtuos zu Papier brachte. Sie dienten ihm in vielen Fällen als Idee zu späteren Gemälden, die er im Atelier schuf. Diese spontanen und manchmal flüchtigen Bilder waren es, die speziell Matisse und Derain inspirieren sollten und die eine nicht unbedeutende Rolle in der Entwicklung des Fauvismus spielten.

Lézardrieux

Schwarze Tusche über Bleistift, braun aquarelliert auf Vélin, mit Bleistift signiert, betitelt und datiert, 1925. 30 : 43,7 cm.

Provenienz: Privatsammlung Westfalen.

Komplett auf hellerem Karton montiert, dieser an wenigen Stellen fleckig.

Im Unterschied zu Georges Seurat, der der Darstellung des Menschen den Vorzug gab, widmete sich Signac fast ausschliesslich der Landschaft. Die französische Küste wurde sein bevorzugtes Bildmotiv. Jeden Sommer verliess er die Hauptstadt für einen längeren Aufenthalt in Südfrankreich in Collioure oder St. Tropez, wo er 1892 ein Haus gekauft hatte, das ihm bis zu seinem Umzug nach Antibes 1913, auch als Atelier diente. Paul Signac hatte eine besondere Vorliebe für Segelboote und den Segelsport. Er besass ein kleines Schiff, mit dem er fast alle Häfen Frankreichs anlief und sogar bis nach Holland oder Konstantinopel fuhr. Auf diesen Reisen schuf er, auf Anraten von Camille Pissarro, zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen, die allesamt vor dem Motiv in der Natur entstanden sind und deshalb einen ausgeprägt spontanen und skizzenhaften Charakter aufweisen. Diese teils farbigen Impressionen dienten ihm als Ausgangsmaterial für grossformatige, im Atelier geschaffene Ölbilder, die anders als die impressionistische Freilichtmalerei nicht in der Natur entstanden sind.  

Signac hatte im bretonischen  Lézardrieux seit Sommer 1924 ein Haus gemietet, wo er die Sommermonate bis 1930 verbrachte.

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