Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Picasso, Pablo (Málaga 1880 - 1973 Mougins)

Biographie - Objekte

Paris, 14. Juillet 1942

Radierung und Kaltnadel auf Vélin d'arches (mit Wasserzeichen), 1942.

Auflage: Fünf Zustände, keine Auflage; kein signiertes Exemplar; hier Zustand V
Von allen fünf Zuständen sind insgesamt 16 Exemplare bekannt.

Werkverzeichnisse: Nicht bei Bloch, Baer 682 V + Note (kennt 2, vermutet 3 Abzüge), Rau 30 A, Reuße 33

Provenienz: Privatsammlung Westfalen

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Centaure dansant

Umdrucklithographie mit Lavierungen und Schabungen auf Lithopapier, auf Vélin d'Arches, mit Bleistift signiert und nummeriert, Oktober 1948

38. von 50 Exemplaren.

50 : 65 cm.

Bloch 573; Mourlot 121; Rau 361; Reuße 384.

Auflage: fünf Abzüge für den Künstler, 50 signierte und nummerier


La table aux poissons

Feder- und Pinsellithographie von der Zinkplatte auf Vélin, signiert in Kreide am 1.4.1949 signiert, entstanden am 7.1.1949. 54,8 : 69,7 cm auf 56 : 76 cm.
Werkverzeichnisse: Nicht bei Bloch; Mourlot 139; Rau 409; Reuße 437.
Letzter und endgültiger von 5 Zuständen. Randeinrisse fachmännisch restauriert. Insgesamt sehr schön erhalten.

Provenienz: Privatsammlung Westfalen.


Auflage: Je Zustand fünf Künstlerexemplare, keine Auflage, kein signiertes Exemplar. Wir können kein Exemplar im Handel oder auf den Auktionen der letzten zwei Jahrzehnte nachweisen.

Die ungewöhnlich große Graphik entstand nach dem Umzug Picassos in die Villa „La Galloise“ in Vallauris, dem Ort, an dem Picasso die Keramik für sich entdeckte und er und Françoise einige glückliche Jahre verbrachten.
Picasso liebte das Kochen von Fischgerichten sehr, wie sein Sohn Claude berichtet. Überhaupt hatte er eine große Affinität zu Fischen, die auf seinen Bildern und Keramiken immer wieder zu finden sind, und so wurde sogar ein Fisch nach ihm benannt (Picasso-Drückerfisch / Rhinecanthus aculeatus)


Les deux modèles / Die beiden Modelle

Kreidelithographie auf Vélin d'Arches (mit Wasserzeichen), per Umdruckpapier umgedruckt auf Stein, im Stein datiert, 18.3.54, 1954.

50,4 : 65 cm.

Bloch 757; Mourlot 253; Rau 597; Reuße 648.

Auflage: 5 Künstlerabzüge, 50 signierte und nummerierte Exemplare; Stein abgeschliffen.

Abzug für den Drucker außerhalb der Auflage.

Provenienz: Collection Mourlot (verso mit Sammlungsstempel).

 


Le combat (dans l'arène) / Der Kampf (in der Arena)

Kaltnadelradierung auf Vergé de Montval mit dem Wasserzeichen "Vollard" und "Picasso", in der Platte seitenverkehrt datiert "12 oktobre 1937", 1937.

39,7 : 49,5 cm auf 44,3 : 67,4 cm.

Bloch 301; Baer 629 A b.

Einer der wenigen Probeabzüge vor der Auflage von 1942.

Auflage: 3 Probezüge auf Vergé de Montval (ohne Wasserzeichen), 2 oder 3 Probeabzüge von 1942 mit dem Wasserzeichen; 50 Abzüge mit genanntem Wasserzeichen, alle signiert und nummeriert.

Sehr gratiger, vollrandiger Abzug des vierten und endgültigen Zustandes in feinster Erhaltung.

Madgalena M. Moeller (Picasso. Druckgraphik, illustrierte Bücher, Zeichnungen, Collagen und Gemälde aus dem Sprengel Museum Hannover. 1986. S. 145) schreibt zu diesem Blatt: „Die Begegnung mit Dora Maar bedeutete für Picasso einen neuen Lebensabschnitt, nicht nur was sein Gefühlsleben betraf, sondern sie veränderte auch seine äußeren Lebensumstände. Das Schloß in Boisgeloup, das so eng mit Marie-Thérèse Walter verbunden war, gab er auf und bezog im Januar 1937 ein großes Atelier in der rue des Grands Augustins, wo er ,Guernica‘ malen sollte. Mit diesen Änderungen in seinem Leben änderte sich auch die Ikonographie seiner Kunst. Der Minotaurus ist plötzlich verschwunden; eine Phase tiefer Depression ist überwunden. Nur die Figur des Fauns taucht weiterhin auf, so vor allem Ende 1937, Anfang 1938, ohne jedoch autobiographisch belastet zu sein.

In ,Le Combat‘ erscheint auf der rechten Seite ein faunähnliches, gehörntes Wesen, dem allerdings die typischen Bocksfüße fehlen. Mit der einen Hand hält es die Mähne seines Pferdes, während die andere in ausgreifender Bewegung einen Wurfspieß schwingt. Einer seiner Gegner kriecht am Boden, gestützt auf einen Stock, der andere ist stehend nach vorn gebeugt in Abwehrhaltung gegeben.

Die Szene, die in einer Arena spielt, deren Rund die drei bewegten Figuren kompositorisch geschickt umschließt, erinnert an antike Gladiatorenkämpfe, aber auch an zahlreiche Corrida-Darstellungen Picassos, von denen sie wie auch andere Kampfdarstellungen abgeleitet zu sein scheint. Die Corrida fand nach zahlreichen Besuchen von Stierkämpfen im August 1934 in Madrid, San Sebastian und Burges wieder verstärktes Interesse bei Picasso, das bis 1938/39 anhält und in vielen Graphiken und Zeichnungen seinen Ausdruck findet.“

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