Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Liebermann, Max (1847 - Berlin - 1935)

Holländische Viehweide

Schwarze Kreide auf festem Papier aus einem Skizzenbuch, mit Kreide signiert, um 1900. 10,5 : 18 cm. Verso mit dem Sammlungsstempel von Siegbert M. Marzynski, später Marcy.

Provenienz: Sammlung Siegbert H. Marzynski (später Marcy), Berlin - Beverly Hills; Galerie Rosenbach, Hannover; seit Anfang der 1970er Jahre Privatsammlung Hamburg.

Mit Authentizitäts-Erklärung von Drs. Margreet Nouwen, Liebermann-Archiv, Berlin.

„Diese Weidelandschaft hat Liebermann sehr wahrscheinlich vor Ort in den Niederlanden gezeichnet. Möglicherweise sah er sie in der Nähe der holländischen Küste, denn auf anderen Blättern mit weidenen Kühnen ist die leichte Erhöhung im Hintergrund eindeutig als Dünenwall zu erkennen. Da Liebermann hier nicht nur Rinfer sondern links vorne noch drei andere grasende Tiere (vermutlich Ziegen) dargestellt hat, plädiere ich für den etwas allgemeineren Titel ,Holländische Viehweide‘. (Margret Nouwen)

 

VERKAUFT

Gartenterrasse in Nikolskoe

Bleistiftzeichnung auf bräunlichem Skizzenbuchpapier, mit Bleistift signiert, um 1918. 13 : 20,6 cm.

Verso mit dem Sammlungsstempel von Siegbert M. Marzynski, später Marcy (nicht bei Lugt).

Provenienz: Sammlung Siegbert H. Marzynski (später Marcy), Berlin-Beverly Hills; Galerie Rosenbach; seit Anfang der 1970er Jahre Privatsammlung Hamburg.

Literatur: Julius Elias, Die Handzeichnungen Max Liebermanns. Berlin, Paul Cassirer, 1922. Tafel 92.

Mit Authentizitäts-Erklärung von Drs. Margreet Nouwen, Liebermann-Archiv, Berlin.

Seit Kriegsausbruch malte Max Liebermann mehrere Versionen des Berliner Gartenlokals, so daß in Kiel befindliche "Gartenlokal an der Havel, Nikolskoe" von 1915, Eberle 1915/14: Nach dem Kriegsausbruch im August 1914 wollte Liebermann nicht mehr in die Niederlande fahren. So begann er sich in seiner nächsten Umgebung nach Motiven umzusehen. Er fand sie überreichlich in seinem Garten und in der Umgebung seines Landhauses in Wannsee. Auch das vorliegende Bild zeigt sehr wahrscheinlich ein Lokal an der Havel, vermutlich Nikolskoe am Ostufer des Flusses, von dem sich ein weiter Blick nach Westen öffnet. [...] Menschen unterschiedlichen Alters versammeln sich in Ruhe und Muße unter Bäumen am Wasser. [...] Es entsteht ein Bild des Friedens mitten im Krieg, ein Augenblick sozialer Harmonie."

 

VERKAUFT


Gartenszene (Wärterin, Kind und Hund)

Liebermann, Max (1847 - Berlin - 1935)
Gartenszene (Wärterin, Kind und Hund). Kaltnadelradierung auf Zanders-Bütten, mit Bleistift signiert, 1921. 11 : 17,5 cm auf 41,8 : 33,2 cm. Schiefler 331 II d. Eins von 430 Exemplaren auf Bütten für das Werk "Max Liebermanns Handzeichnungen", herausgegeben von Paul Cassirer.
Trotz der Auflage nicht häufig. Breitrandiges, makellos erhaltenes Exemplar diesen gesuchten Blattes.
Dargestellt ist die Enkelin Liebermanns mit dem Kindermädchen und dem Dackel Nicki. "Und selbst als im Enkelkind das Modell für die Kinderzeichnungen in der Familie sich wiederholte, war Liebermann wohl der angeregte und aufmerksame Großvater - aber nicht der verliebte, großväterliche Künstler. Seine Zeichnungen blieben frei von hübschmachender, fälschender Zuneigung. Trotzdem sonst zu berichten ist: Wenn Liebermann Zeichnungen und Skizzen zeigt, wiederholen sich fortwährend die Worte: 'Mein Enkel - meine Tochter - meine Frau - mein Enkel!' Was um ihn herum lebt, sieht er am häufigsten und es lockt ihn auch bald eine Haltung, eine Linie zum Festhalten mit dem Stift. Bei den Unterschriften will er aber nicht betont sehen, daß es seine Verwandten sind. 'Meine Frau und meine Tochter die wollen nicht immerzu genannt sein. Das ist doch 'ne Frau oder 'n Mädchen, die ich jemalt habe. Sagen Se man 'Lesendes Mädchen'!' Aber beim Kramen nennt er die Blätter doch wieder: 'Mein Enkel - meine Frau - meine Tochter - mein Enkel!' Am liebevollsten spricht er aus: 'Mein Enkel!'" (Ostwald, Hans, Das Liebermann-Buch. Berlin 1930. S. 366).


Kind mit Wärterin

Kaltnadelradierung auf Bütten, mit Bleistift signiert, am unteren Rand in Bleistift bezeichnert "vor der Auflage (Probedruck)", 1919. 25,1 : 18,9 cm auf 36,8 : 27,8 cm. Schiefler 315, wohl II oder III (von IV). Zustandsdruck vor den Überarbeitungen an der Kleidung der Dargestellten und der Auflage von 50 Exemplaren. Ausgesprochen selten!

 

"Max Liebermann begeisterte sich schon während seiner Hollandaufenthalte für Kinderdarstellungen. Dort zeichnete er Bauernkinder und Waisenmädchen und hielt sie in Ölstudien fest. Die Natürlichkeit und das unbefangene, in sich selbst versunkene Spielen des Kindes festzuhalten, dies setzt sich bei der eigenen Tochter Käthe und später bei der Enkeltochter Maria fort. In ihren ersten Lebensjahren wurde Maria während des Sommers bei den Großeltern untergebracht, da ihr Vater, Kurt Riezler, Philosoph und Diplomat, beruflich viel reiste und seine Frau ihn begleitete. So wurde Gustav Pauli, der zweite Direktor der Hamburger Kunsthalle, als er Liebermann 1917 zu einem Besuch einlud, mit einer  Absage beschieden: 'Wir beherbergen derweilen das Baby mit der Amme. Ich möchte meine Frau die Verantwortung wegen des Kindes nicht allein tragen lassen und bis Ende des Monats, (bis wann meine Tochter zurückkommt) hierbleiben.' Pauli sah Maria bei seinen Besuchen und schilderte sie als 'wirklich allerliebst, sehr lebhaft, mit ihren drei Jahren gesprächig, zutraulich und anmutig'. So 'wächst Liebermann ein neues Lieblingsmodell heran, das er unablässig zu beobachten und wiederzugeben bemüht ist', schrieb Erich Hancke, Liebermanns Biograph.  [...] Charakteristisch für die in Wannsee entstandenen Werke ist das Private, das Ungestellte, das hier im Vordergrund steht. Das Kind wird in seiner natürlichen Umgebung ohne unnötige Requisiten festgehalten." (Werner, Stefanie K., Der Künstler und seine Familie. In: Im Garten von Max Liebermann. Katalog der Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle und der Alten Nationalgalerie Berlin 2004/05. SA. 147f).


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