Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Corinth, Lovis (Tapiau 1858 - 1925 Zandvoort)

Schweizer Landschaften

Mappe mit fünf Kreide-Lithographie auf Bütten, mit Bleistift signiert, 1923.
15,5 : 18 cm auf 38,8 : 29,4 cm (Blattformat).
Müller 792-796, Ausgabe C.
Aus der Auflage von 100 Exemplaren (dazu 25 farbig gedruckt auf Japan und 100 farbig gedruckt auf Bütten).
Erschienen im Verlag der Münster-Pressse Horgen-Zürich/Leipzig und Verlag Dr. Karl Hoenn.

Provenienz: Privatsammlung Westfalen

 

VERKAUFT

 

 

Enthält die Blätter Bergsee (17,5 : 18 cm), Burg am See (13 : 18 cm); Alphütte (15,5 : 18 cm); Wildbach (15,5 : 18 cm) und Bergsee (16,5 : 17,5 cm).
"Der Schweizer Maler Cuno Amiet, wohnhaft in Oschwand bei Rietweol, Kanton Bern, erinnerte sich später an eine gemeinsame Fahrt durch die Schweizer Landschaft: >... Sehr oft denke ich an jenen Tag zurück, als Frau Corinth ihren Mann zu mir brachte, im Jahr 1923 (1924?). Ich holte die bei in Olten ab und fuhr sie im Auto auf die Oschwand; durch die schöne, sonnige Landschaft gemütlich fahrend, plaudernd und spaßend ... Wir fuhren im offenen Wagen und meine verehrten Gäste hatten rechte Freude an der schweizer Landschaft.<
Corinth hatte sich auch Bücher über landschaftliche Darstellungen der Schweiz und Kupferstiche kommen lassen. 1924 fand eine Ausstellung Corinths im Kunsthaus Zürich statt. Im selben Jahr schuf er zwei Gemälde mit Motiven vom Luzerner See (Berend-Corinth 950 und 951, Hamburger Kunsthalle, Hamburg) und radierte eine Ansicht von Zürich (Müller 861).
Die >Schweizer Landschaften< sollten ursprünglich als Vignetten zur Tell-Folge erscheinen, wurden dann aber in einer separaten Mappe vereinigt. Die Bewunderung der Schweizer Landschaft ist vorgeprägt durch die Tradition der Romantik seit Ende des 18. Jahrhunderts. Aus der romantischen Natursehnsucht in Verbindung mit der Schweizer Alpenlandschaft. Wie die Künstler früherer Zeit ist Corinth berührt von dem Erlebnis der erhabenen Natur." (Fehlemann, Sabine, Hrsg. und Birthälmer, Antje, Bearb., Lovis Corinth. Aus der Graphischen Samlung des Von der Heydt-Museums. Wuppertal 2004. S. 379).

Alphütte
Bergsee
Bergsee
Burg am See
Wildbach

Kastanienbäume.

Kaltnadelradierung auf Japanbütten, mit Bleistift signiert und der Nummer 113 versehen (benennt nicht die Auflagenhöhe), 1923. 24 : 27,5 cm auf 35,4 : 46,7 cm.
Müller 700.
Provenienz: Galerie Rosenbach, Hannover, Privatsammlung Wuppertal.
Ausnehmend schöner, kontrastreicher Abzug mit samtigem Grat. Im ehemaligen Passepartout-Ausschnitt minimal lichtrandig.
Bei dem Haus im Hintergrund könnte es sich um das Hotel Fischer in Urfeld am Walchensee handeln, im dem Corinth häufig logierte, bevor sein eigenes Haus errichtet war. Die zwei zuvor entstandenen Graphiken (Müller 698 und 699) zeigen ebenfalls Walchensee-Motive.
"Die Kunststraße vom Kochel- zum Walchensee windet sich am Kesselberg empor, bis wir endlich auf dem höchsten Punkt angekommen sind. Hier zeigt sich auch zum erstenmal der See. Von dieser Höhe geht es jäh herunter. Das Gefährt schlängelt sich, mit Vorsicht gestoppt, eine schön gepflegte Straße in zahlreichen Windungen herab, bis hart zum Ufer des Walchensees. wo auch das Dörfchen Urfeld beginnt. Dieses Urfeld ist ein ganz winziger Ort, es gibt dort eine Post, zwei Gasthäuser, aber weder Schuster noch Schneider. Einige Villen, ebenfalls Liliputanerstil, leuchten unter schwarzen Tannen hervor" (Lovis Corinth: Am Walchensee. 1921).


See-Ufer (Walchensee).

Kreidelithographie von der Zinkplatte auf China, mit Bleistift signiert und nummeriert, 1922. 32 : 43 cm auf 43,3 : 55,5 cm. Müller 568.
Blatt 1 der Mappe "Vorfrühling im Gebirge", erschienen 1922 im Euphorion-Verlag, Berlin.
Eins von 25 signierten Exemplaren auf China (dazu gab es noch 125 Exemplare auf Bütten).
Provenienz: Galerie Rosenbach, Hannover, Privatsammlung Wuppertal.
Schöner, transparenter Druck, durch das Japanpapier sehr schön nuanciert. Der breite Rand stellenweise leicht gebräunt, in der rechten oberen Ecke etwas wellig.

"Vom zeichnerischen Stil her gesellt sich mit dieser Folge wieder ein neuer Klang zur Grundmelodie. Motivlich galt Corinths Blick vornehmlich den Bäumen und dem Wald in der Umgebung des Hauses. Lichtdurchflutet, transparent und voll atmosphärischem Reiz erscheinen diese noch winterlichen Landschaften, überall weiße Schneeflächen und davor das Lineament von Baum und Astwerk. Ausblicke zwischen Bäumen hindurch und Bäume ganz nah gesehen, der Stamm vom Bildrand überschnitten. Berühungspunkte zu Max Liebermanns Walddarstellungen" (Werner Timm: Lovis Corinth am Walchensee. In: Lovis Corinth. Die Bilder vom Walchensee. Vision und Realität. Bearbeitet von Werner Timm. Katalog der Ausstellung in der Ostdeutschen Galerie Regensburg und Kunsthalle Bremen 1986. S. 73-74).

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