Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Vogeler, Heinrich (Bremen 1872 1942 Kornejewka/Kasachstan)

Frühlingsmärchen

Radierung und Aquatinta in braun auf Bütten, in der Platte monogrammiert, mit Bleistift signiert, 1912. 33,7 : 23,5 cm auf 42 : 30,3 cm. Rief 47 II. d (von e).  Eins von 100 Exemplaren, teils auch in grün gedruckt von Otto Felsing. Schöner, nuancierter Abzug, im ehemaligen Passepartoutausschnitt etwas gebräunt. Minimale Altersspuren.

VERKAUFT

"Mehr noch als die Malerei erregten zu Beginn der künstlerischen Tätigkeit Vogelers dessen Radierungen Aufmerksamkeit. [...] bis heute gelten die subtil gezeichneten, stets etwas märchenhaft-verträumt wirkenden Kompositionen [...] als Höhepunkt im Werk Vogelers, spiegelt sich in ihnen doch das feinnervige Wesen des Künstlers am deutlichsten wider. [...] Die meisten Szenen versetzte Vogeler in die reale Umgebung der Worpsweder Landschaft mit ihren Birken und reetgedeckten Häusern. Diese Naturverbundenheit zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Insbesondere in seinen Radierungen rückt Vogeler die Suche nach einer Verbindung zwischen Mensch und Landschaft, gipfelnd in der Vorstellung eines irdischen Paradieses, in den Vordergrund. Der 'Frühling', eines der Leitmotive des Jugendstils schlechthin, avanciert dabei zum Gegenstand zahlreicher Darstellungen von der szenischen Komposition bis hin zur ausschnitthaften Wiedergabe knospender Bäume und Blumen. Häufig faßt Vogeler die Darstellung in eine mehr oder weniger breite Rahmung, in die erzählerische, symbolische oder rein dekorative Elemente der Binnenkomposition noch einmal aufgenommen werden." (Ulmer, Renate, Das druckgraphische Werk. In: Heinrich Vogeler und der Jugendstil. Katalog der Ausstellung im Barkenhoff/Haus im Schluh, Worpswede, Museum Künstlerkolonie Darmstadt und Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 1997-1999. S. 100)

© 2017 Kunstkontor - Alle Rechte vorbehalten.