Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Piet, Fernand (1869 - Paris - 1942)

Kinder am Strand

Öl auf Pappe um 1900. 23 : 31 cm. Verso mit der Nachlaß-Nummerierung 297. Mit nur geringfügigen Altersspuren.
Provenienz: Nachlaß des Künstlers; Privatsammlung München
Literatur: Erich Steingräber, Fernand Piet. Leben und Werk. München 1974.
Sammlungen: Ermitage, St. Petersburg; Neue Pinakothek München

VERKAUFT



Das nachgelassene Werk Fernand Piets wurde nach dessen Tod von der Familie bis Ende der 1960er Jahre verwahrt, wodurch sein Name in der einschlägigen Literatur über die französischen Avantgarde des "Fin de siècle" meist vergeblich gesucht wird.

Fernand Piet wurde als Sohn vermögender Eltern am 26. August 1869 in Paris geboren. Nach Studienjahren, darunter 1885 bis 1887 im berühmten Atelier von Fernand Cormon, wo er van Gogh und Toulouse-Lautrec begegnete, sowie an der École des Beaux-Arts, wurde Piet 1893 freischaffender Maler. Seitdem stellte er jährlich in der "Société Nationale des Beaux-Arts" aus. Da er von seinen Eltern finanziellen Rückhalt hatte, war er nicht auf den Verkauf seiner Bilder angewiesen.
Neben Reisen ans Mittelmeer und Holland, zog es ihn regelmäßig in die Bretagne.
Bis 1895 stellte der berühmte Farbenhändler Père Tanguy, bei dem auch Piet seine Farben kaufte, Bilder von Cézanne aus. Auch van Gogh war hier häufig anzutreffen.
Nachdem er auf der Weltausstellung in Paris 1900 eine Bronzemedaille erhielt, stellte er ab 1902 im "Salon des Indépendants" aus, in dessen Jury er 1905 aufgenommen wurde. 1910 wurde Piet mit den "Palmes Académiques" ausgezeichnet, die Aufnahme in die "Légion d'Honneur" 1911 lehnte er ab. Nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg konnte er erst 1921 wieder im "Salon des Indépendants"  ausstellen. Von 1925 bis 1935 beteiligte sich Piet an der Ausstellungen der "Société Nationale des Beaux-Arts". Ab 1930 zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und verstarb schließlich am 24. Februar 1942 in seinem Pariser Atelier.

Malpappen wie diese, zeugen davon, das sie direkt vor der Natur entstanden, haben sie auch ein Format, das gerade noch in den Innendeckel des Malkastens passt. "Eben diese kleinen, flott hingepinselten Naturstudien gehören zum Besten in seinem Werk." (Erich Steingräber, Fernand Piet. Leben und Werk. München 1974. S. 21).

Unser Bild zeigt deutlich, das "der junge Piet guten Kontakt mit der in Pont Aven um Gauguin gescharten Gruppe von Malern" hatte, "die in der Bretagne ebenfalls das einfache unverfälschte Leben suchten. Das zeigt sich gerade in diesen Bildern " (Erich Steingräber, Fernand Piet. Leben und Werk. München 1974. S. 24) "In der seit der Jahrhundertwende zunehmenden Verfestigung und Stilisierung des Bildgerüstes macht sich der Einfluß des Kollektivstils der Maler von Pont-Aven, insbesondere Gauguins, bemerkbar. Zu dieser Gruppe, die sich in Marie-Jeanne Gloanes Wirtshaus in Pont-Aven traf, gehörten auch einige Maler, wie Emile Bernard und Louis Anquetin, mit denen Piet bei Cormon studiert hatte und mit denen er auch weiterhin in fruchtbarem künstlerischem Austausch stand. [...] Die Einzelformen wurden im Sinne des >Synthétisme< der Maler von Pont-Aven stärker konturiert und vereinfacht, die homogenen Farbflächen erhielten - losgelöst vom Sujet - ihren ganz bestimmten >Stellenwert< innerhalb der autonomen Organisation der Bildfläche.“ (Erich Steingräber, Fernand Piet. Leben und Werk. München 1974. S. 28 f.)

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