Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Macke, August (Meschede 1887 - 1914 bei Perthes-les-Hurlus/Champagne)

Nacktes Paar und Hund.

Vorderseite
Rückseite

Tuschfederzeichnung auf Velin, verso mit Nachlaß-Stempel, 1914. 8 : 11 cm. Verso mit Bleistift betitelt und mit Nummern versehen, dazu die jahreszahl 1913 sowie ein kleines Kreuz in rot. Der Nachlaß-Stempel mit der Beschriftung in Tinte: ST 6/18. Verso am oberen Rand mit Montierungsresten, bis auf einen sehr leichten Knick schön erhalten. Werkverzeichnis: Heiderich 2354.
Provenienz: Norddeutsche Privatsammlung; vom Vorbesitzer 1986 in der Galerie Utermann, Dortmund erworben.
Literatur: McCullagh, Janice, August Macke and the Vision of Paradise: An Iconographic Analysis. Dissertation Austin (Texas) 1980. S. 43. Abb. 31
"August Macke zum 100. Geburtstag". Katalog der Galerie Utermann, Dortmund 1986. Kat.-Nr. 16
Schon vor der Reise nach Tunesien 1914 war der Orient für August Macke eine Quelle romantisch-erotischer Bilder. Der nackte Mensch manifestiert für ihn den häufig in seinem Werk zu findenden Paradiesgedanken, der durch Tiere und Pflanzen noch weitere Symbole findet. "Macke stellte sich den Paradiesmythos in der Sprache seiner Zeit vor. Das Verlangen, ein Paradies zu malen, entsprang seiner eigenen Sehnsucht, jenen vollkommenen Garten zu erleben, in dem Mann und Frau in harmonischer Einheit mit den Kräften der Natur standen." (Janice McCullagh, Mackes Paradiesvision. In: Güse, Ernst-Gerhard, Hrsg., August Macke. Katalog der Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum Münster 1986. S. 89).

Studie: Ritter zu Pferde


Sandro Botticelli, Holofernes wird tot aufgefunden, um 1472

nach Sandro Botticelli >Die Auffindung von Holofernes' Leichnam<, Uffizien, Florenz, Inv.-Nr. 1478, 1910. 7,9 : 10,8 cm.
Werkverzeichnis: Heiderich 596.
Provenienz: Norddeutsche Privatsammlung; vom Vorbesitzer 1986 in der Galerie Utermann, Dortmund erworben.
Literatur:
"August Macke zum 100. Geburtstag". Katalog der Galerie Utermann, Dortmund 1986. Kat.-Nr. 57, mit Farbabbildung.

Zu Beginn des Jahres 1910 setzte sich Macke in seinem Skizzenbuch Nr. 31 mit Bildern Botticellis auseinander.
Heiderich vermutet als Vorlage die Publikation von Ernst Steinmann über Botticelli von 1897, die in der populären Reihe "Künstler-Monographien" bei Velhagen & Klasing erschienen war, denn alle Werke Botticellis, die Macke paraphrasierte, sind in diesem Buch abgebildet. Während seines Aufenthaltes am Tegernsee fand Macke Zeit und Ruhe, sich mit der Kunst alter Meister auseinanderzusetzen. "Die Kopfstudien nach Giotto und Botticelli zeigen ihn fasziniert von der Grazie der Haltung, der leichten Melancholie im Ausdruck der geneigten Köpfe. Dieser melancholische Charme geht auch von den Figuren in den reifen Bildkompositionen Mackes aus, auch dort überwiegen gesenkte Profile, gegen die Schulter geneigte Köpfe und abgewandte Gesichter." (Heiderich, Ursula, August Macke. Zeichnungen. Werkverzeichnis. Stuttgart 1993. S. 34).

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