Kunstkontor Dr. Doris Möllers

Maillol, Aristide (1861 - Banyuls-sur-Mer - 1944)

Femme étendue à la draperie (Grande planche).

Kaltnadelradierung mit Plattenton auf geripptem Bütten des 18. Jahrhunderts (mit Wasserzeichen und Tintenpaginierung), mit Bleistift signiert und nummeriert, 1926. 13,5 : 20,2 cm auf 22,9 : 29,5 cm.
Guérin 324: Zweiter (und letzter) Zustand. Auflage 15 Künstlerexemplare, 75 Exemplare, davon die Hälfte auf Rives-Bütten, der Rest auf altem Papier.

Provenienz: Sammlung Helmut Goedeckemeyer, Frankfurt (verso mit Sammlungsstempel); Privatsammlung Pfalz.

Im ehemaligen Passepartoutausschnitt sehr leicht lichtrandig, die Papierränder altersentsprechend etwas gebräunt.

Wie kaum ein anderer Künstler hat Maillol sich in seinen Werken fast ausschließlich einem Motiv gewidmet: dem weiblichen Akt. Sein Streben galt der ausgewogenen Proportion des menschlichen Körpers unter Verzicht auf Details und individuelle Züge. Und so wurden seine Skulpturen neben denen Rodins wegweisend für die Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts.
Wie in den Skulpturen, intendiert Maillol in der graphischen Darstellung des weiblichen Körpers die Ausstrahlung von Ruhe und arkadischer Idylle. So zählen die Holzschnitte Maillols zu den "Elogen" des Vergil zu den Hauptwerken der Buchkunst des 20. Jahrhunderts.
Helmut Goedeckemeyer (1898 - 1983) hatte sich innerhalb seiner bedeutenden Graphiksammlung u. a. auf französische Werke von Delacroix bis Matisse spezialisiert, die er durch erlesene Plastiken von Renoir, Daumier, Maillol u. a. ergänzte. Zudem besaß er eine importante bibliophile Sammlung und stiftete 1968 seine vollständige Kollektion aller von Maillol illustrierter Bücher dem Klingspor-Museum in Offenbach.

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